Montag, 18. Februar 2013

Zwillinge seit der Geburt getrennt? (Sony STR-6065 und Dual CR-1780)

Beim Betrachten meines Sony STR-6065 hatte ich ein Déjà-vu-Erlebnis: Irgendwoher kommt Dir das Gerät doch bekannt vor?


Nach kurzer Überlegung kam ich dann darauf: Der Sony erinnert mich an den Dual CR-1780:


Wenn auch fast ein Jahrzehnt diese beiden Geräte trennt und so unterschiedlich die verwendete Technik ist, so bedienen sie sich doch einer gemeinsamen Formensprache: Der Sony mit seiner Blackout-Tunerskala auf der einen Seite und der Dual mit schwarz hinterlegten Display-Feld auf der anderen, illuminiert jeweils in rot und grün. Die Receiver sind mit 440 mm gleich breit und mit 148 mm (Sony) und 150 mm (Dual) annähernd gleich hoch. Beide Geräte verfügen über massive Aluminium-Frontplatten und massive Drehregler und Knöpfe. Beide Geräte sind "Made in Japan", der Dual wurde dabei gerüchterweise bei Denon oder Rotel gefertigt.

Technisch sind die beider Receiver jedoch grundverschieden: Am auffälligsten ist noch das Tuner-Teil, hier ist im Dual bereits ein sehr früher Synthesizer-Empfänger eingebaut, der Sony hat einen klassischen Tuner mit Drehkondensator und analoger Skala. Im Dual sind sowohl auf der Synthesizerplatine als auch im gesamten NF-Teil zahlreiche ICs verbaut, der Sony ist komplett diskret. Die Beleuchtung des Sonys sind noch herkömmliche Glühwendel-Lampen, der Dual besitzt LED und Fluoreszenzanzeige. Leistungsmäßig ist der Dual leicht im Vorteil (angegeben mit 2x90 Watt gegenüber dem Sony mit 2x70 Watt), ausstattungsmäßig ebenfalls (Vor-und Endstufe auftrennbar, Rumpelfilter, eingebaute Uhr, Stationstasten).

Leider hält der Dual im Vergleich zum Sony nicht das, was sein Äußeres verspricht: Der Empfang ist eher mau, die Bedienung des Tuner ist um es mal vorsichtig auszudrücken eher gewöhnungsbedürftig und der Klang des Phono-Eingangs ist langweilig bis muffig. Die Verarbeitung beim Sony ist wesentlich hochwertiger und servicefreundlicher, beim Dual sind bei der Demontage immer irgendwelche Kabel im Weg; Elkos wurden direkt neben Leistungstransistoren plaziert und werden als Folge langsam weichgekocht.

Aus dem Vergleich der beiden Geräte geht der Sony als klarer Sieger hervor. Der Dual ist aber auf keinen Fall ein schlechtes Gerät: Er ist wirklich hübsch anzuschauen, hat eine mehr als kraftvolle Endstufe und eine satte Haptik, ist er doch ebenfalls ein Gerät aus der Hochzeit des Hifi.

Auch geöffnet weiß der Dual zu gefallen:
 


Auf der Rückseite befinden sich zahlreiche Ein- und  Ausgänge, teilweise ebenfalls als DIN-Ausführung:


Montag, 11. Februar 2013

Sony STR-6065: Fix und fertig

Der STR-6065 ist nun nach kleineren Problemen mit der Beleuchtung komplett und läuft wunderbar. Leider konnte ich die für mich wichtigen Phono-Eingänge noch nicht testen, da meine Plattenspieler noch sämtlichst mit DIN-Steckern versehen sind.




Hier noch eine Aufnahme des inneren Aufbaus des Sony: Nur hochwertige Materialien und ein sorgfältiger Aufbau zeugen von der Qualität, die so viele Hifi-Geräte der frühen 70er Jahre besitzen - als Folge spielt der Sony STR-6065 nach einer kleinen Überholung wie am ersten Tag.


Mittwoch, 6. Februar 2013

Danke, liebe Sony-Ingenieure der 70er Jahre!

Ich bin immer noch mit der Restauration meines STR-6065 beschäftigt (der wahrscheinlich bei mir ein Dauer-Bleiberecht bekommen wird). Mein heutiges Projekt war der Austausch des Netzschalters.

Für viele klassische Hifi-Geräte ist es extrem schwierig, passende Netzschalter zu besorgen. Die Sony-Ingenieure der frühen 70er Jahre haben genialerweise einen immer noch erhältlichen Mikro-Schalter in den STR-6065 eingebaut:


Links der brizzelde Original-Schalter, rechts der Austauschtyp eines großen Elektronik-Kaufhauses.